Da ich die Bibliothek jetzt immer wieder aufsuche, wollte ich die lustigen Leute vorstellen, die mir bei meinen Bibliotheksausflügen in den Sommerferien unterkommen.
1) Amerikanische Tramper Gutgelaunte, etwas ungewaschene Burschen, die sich einfach im Untergeschoss auf die Ledercouches hauen und dort (lobenswert geräuschlos für Amerikaner) chillen.
2)Die Mitdiplomanden/Dissertanten. Teils völlig überdreht auf Schwätzchen aus, teils verbissen den Kopierer beschimpfend, teils stumm und bewegungslos hinter einem Stapel Büchern verkrochen, teils wie rastlose Raubtiere zwischen den Rollen der Zeitschriftensammlung einherschreitend teilen sie mit mir das Rechercheschicksal.
3) Bibliothekspersonal. Manchmal muss ich denken, dass das schlimm ist. Sie sehen ihre ganze Arbeitszeit lang nicht das Sonnenlicht und schlichten permanent Bücher und Zeitschriften in Regale ein, und atmen beständig diese Bibliotheksluft. Das sind Menschen, die lesen keine Bücher. Die tragen sie nur herum*.
4) Nicht an Diplomarbeit oder Doktorarbeit arbeitende Studenten, die sich auf der Suche nach Lehrbüchern begeben, die ihnen den Strandurlaub .. .äh… versüßen, damit sie direkt nach den Ferien eine Prüfung ablegen können. Ja, voll der guten Vorsätze sind sie, man weiß es, man war selbst mal so.
5) Professoren. Bislang keine gesichtet. Soll es angeblich aber auch geben. Es gibt eigentlich nur zwei Gründe, warum man sie nicht in der Bibliothek sieht: a) sie haben alle Bücher bei sich gehortet oder b)sie benötigen keine Bücher zur Forschungsarbeit. *hm*
—-
*(Womit ich nicht sagen will, dass sie ungebildet sind. Ich möchte nur feststellen, dass die ihnen zugewiesene Arbeit nur im Sortieren, nicht aber im Lesen besteht. Also, alle, die glauben, in der Bibliothek arbeiten ist die Erfüllung für Leute, die gerne lesen: ihr irrt euch.)